Einhundert und Vierunddreißig

Make a Move

In meinem letzten Beitrag versprach ich, dass ich bald in eine neue Dimension der Fotografie vorstoßen möchte. Damit war, wie vielleicht einige erwartet haben könnten, nicht die dritte Raumdimension gemeint, sondern die Zeit. Meine Fotos werden also nicht 3D sondern bewegt.

Was herauskommt, wenn man Fotos zu einem Videoclip schneidet, ist dem ein oder anderen von euch unter Timelapse bekannt. Unter diesem Begriff, abgeleitet vom englischen „time lapse“, zu deutsch Zeitraffer, hat sich in den letzten Jahren eine Spielart der Fotografie entwickelt, die zumeist äußerst spektakuläre Zeitrafferaufnahmen  hervorbringt. Dass das ganze noch als Disziplin der Fotografie angesehen wird und nicht der Filmproduktion, liegt daran, dass die Aufnahmen im allgemeinen mittels herkömmlichen Systemkameras entstehen. Diese werden über einen längeren Zeitraum auf eine Szene gerichtet und in wohldefiniertem zeitlichen Abstand ausgelöst. Im Nachhinein werden die aufgenommenen Fotos einzeln (oder gestapelt) verarbeitet und zuallerletzt zu einem Videoclip zusammengeschnitten.

Der Vorteil dieser Technik, gegenüber dem schnellen Abspielen von herkömmlichen Filmen aus Videokameras liegt in der höheren Aufnahmequalität von Systemkameras. Denn die meisten bezahlbaren Videokameras zeichnen nur komprimiertes, verlustbehaftetes Material auf und setzen einem nachträglichen Bearbeiten der Aufnahme gerade im Bereich des Dynamikumfangs und Kontrastverhältnisses enge Grenzen.

Aber genug der einführenden Worte: Ihr seht hier meinen ersten Timelapseversuch.

In der Kürze steckt die Würze?

… Nicht unbedingt. Trotzdem ist das Video nur 6 Sekunden lang. Warum?

An meinen ersten Shot ging ich mit wenig Vorwissen heran:

  • Ich benötige mindestens 24 Fotos für eine Sekunde Film.
  • Ich wusste, dass ein Sonnenuntergang schwierige Lichtverhältnisse verursacht.
  • Ich wollte, den schwierigen Lichtverhältnissen mit dem Nachregeln der Aufnahmeparameter begegnen.

Also rechnete ich mir aus, dass ich 240 Fotos für zehn Sekunden Film aufnehmen müsste und bestimmte grob abgeschätzt die Sonnenuntergangsdauer mit 40 Minuten vom Abendrot zur Dunkelheit. Aus diesen Parametern ergibt sich die Anforderung sechs Bilder pro Minute aufzunehmen, also alle zehn Sekunden ein Foto…

In zehn Sekunden schaffst du es, die Belichtungszeit von dem Ding nachzureglen, dachte ich mir. Also Intervall-Timer meiner D5000 programmiert, gestartet, noch schnell einen Tweet abgesetzt und stolz dem Sonnenuntergang zugeschaut. Dann der Schreck: Augenscheinlich lassen sich die Aufnahmeparameter meiner Kamera während einer laufenden Intervallaufnahme nicht verändern. Also blieb ich nunmehr schlechter gelaunt noch einige Zeit stehen, bis ich das Gefühl hatte, dass mit ISO 200, Offenblende f4 und 1/400s Belichtungszeit nicht mehr viel zu sehen ist und brach nach 134 Fotos die Aufnahme ab.

Später am PC beurteilte ich die entstandene Bildfolge dennoch als vorzeigbar für einen ersten Versuch und renderte eine Video daraus. Wer sich wundert warum der Ton fehlt, bedenke, dass es sich eigentlich um schnell hintereinander abgespielte Fotos handelt und während der Aufnahme kein Mikro läuft. Ich werde mich aber in nächster Zeit auch mit weiteren Funktionen des Videoschnitts beschäftigen und versuchen meine zukünftigen Aufnahmen mit stimmungsvoller Musik zu untermalen.

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