Tutorial: Wassertropfen fotografieren [Teil 2 – Fotografieren]

Bestimmt haben die meisten schon Fotos von durch Wassertropfen bewegtem Wasser gesehen. Diese Momentaufnahmen zeigen bizarre Formen, zu deren Erfassung unser Auge nicht in der Lage ist, weil sie nur Bruchteile von Sekunden bestehen. Mit ein Wenig Geduld und geeigneter Technik lassen sie sich jedoch in Fotos für immer einfrieren. Da ich selbst spontan und ohne viel vorheriger Recherche erste Versuche gemacht habe, möchte ich euch in diesem kleinen Mehrteiler-Tutorial meine Herangehensweise schildern.

  1. Planung
  2. Fotografieren
  3. Nachbearbeitung […in Kürze]

Scharfstellen

Nachdem Kamera, Blitz und Hintergrund aufgebaut sind, kann es jetzt eigentlich schon losgehen. Allerdings stellt man schnell fest, dass automatisches Scharfstellen via Autofokus nicht wirklich gut funktioniert. (Oh Wunder 😉 ). Wir müssen uns vorher also überlegen, wo unser Schärfepunkt liegen soll. Einfach manuell auf die Wasseroberfläche fokussieren stellt sich wegen der Lichtbrechung jedoch als schwierig dar. Also tauche ich einen Stift an der Stelle ins Wasser, wo später einmal der Tropfen ungefähr auftreffen soll und stelle nun auf diesen scharf. Den Rest Ungenauigkeit müssen wir über die durch Blende 20 gewährleistete Schärfentiefe richten.

Fernbedienungen

Wir blitzen entfesselt. Das bedeutet, dass wir den Blitz ohne Kopplung zur Kamera auslösen müssen. Dafür gibt es zwei Varianten. Entweder betreiben wir diesen im Slave-Modus, sodass er gleichzeitig mit dem internen Kamerablitz auslöst oder wir benutzen einen Funkauslöser. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, da ich somit das frontale Licht vom Kamerablitz eliminieren kann. Im Nachhinein bedacht kann es aber auch sein, dass zwei Lichtquellen ebenfalls zu schönen Ergebnissen führen würden. Weil ich außerdem zu ungeschickt bin, um mir eine Halterung zu basteln, an welcher ich die tropfende Flasche aufhängen könnte, muss ich sie mit einer Hand über dem Wasserglas halten. Die andere Hand benötige ich zum Auslösen der Kamera. Damit ich nun nicht über das ganze Shooting schrecklich verkrampft zwischen Kamera und Wasserglas balancieren muss, nutze ich einen Kabelfernauslöser.

Geduldssache

Jetzt kann es wirklich losgehen. Je nachdem, wie stark die Flasche gefüllt ist und wie sehr wir das Wasser aus selbiger herauspressen, entstehen kleine oder größere Tropfen bzw. sogar ein Wasserstrahl. Um Herauszufinden, welche Tropfenform in eurem Fall ideal ist, müsst ihr einfach probieren und ein Foto nach dem anderen machen, anhand dessen ihr die Ergebnisse kontrolliert. Ich tue das Gleiche und schieße locker 100 Fotos. Mit steigendem Wasserpegel im Glas wird auch regelmäßiges Nachstellen der Fokussierung notwendig. Super… Das ist immer ganz besondere Friemelei. Irgendwann klappt es dann aber.

Die Fotos zeigen einige unbearbeitete Aufnahmen direkt aus den RAW-Dateien der Kamera erstellt. Aus diesen werde ich im letzten Teil dieses Tutorials eines auswählen und meine Bearbeitungsschritte schildern.

 

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