Viva Toledo — Ein kleiner Reisebericht (3)

Im Mai zog es mich mit meinem Kumpel Christoph einige Tage in Spaniens Hauptstadt Madrid. Hier verbrachten unsere Freunde Chrissi und Tobi ein Auslandssemester. Wir hatten somit das Glück, von Ortskundigen auf die wirklich sehens- und probierenswerten Dinge hingewiesen zu werden und uns gleichzeitig um die typischen Touristenfallen herumzumogeln. Es folgt ein bebilderter Reisebericht.

  1. Madrid: Tag 1
  2. Madrid: Tag 2
  3. Toledo: Tag 3
  4. Madrid: War noch was?

 Ausflug nach Toledo

Toledo von obenAn unserem dritten Tag steht nun Toledo auf dem Programm. Die mittelalterliche Stadt, die auch UNESCO-Weltkulturerbe ist und in jedem Reiseführer absolute Sehenswürdigkeit attestiert bekommt, liegt nur eine knappe Stunde Busfahrt entfernt von Madrid.

Das Busnetz, welches viele der Satellitenstädte Madrids mit der Metropole verbindet, ist hervorragend ausgebaut. Die Metro wirft uns bei einer riesigen Bushaltestelle heraus, die in ihrer Größe den Hauptbahnhöfen durchschnittlich großer, deutscher Städte in nichts nachsteht. Hier kaufen wir für wenig Geld ein Ticket und stellen uns an jenem Bus-Gate an, vor dem sich die längste Schlange gebildet hat.

Blick vom HügelUnsere Befürchtung, dass ein Bus niemals Platz für alle Wartenden bieten würde, bestätigt sich. Die Türen schließen, der Bus fährt ab. Glücklicherweise scheint die Betreibergesellschaft für solche Fälle stets einen weiteren Bus samt Fahrer bereitzuhalten. Somit bleibt uns die einstündige Wartezeit bis zum nächsten Abfahrtstermin erspart.

Es geht aus Madrid heraus. Zu Beginn ist die Straße noch gesäumt von Metropolenarchitektur, welche sich aber schnell erst zum typischen Vorstadt-Gewerbe samt Auto- und Möbelhäusern verändert. Dann fahren wir vorbei an neu errichteten Siedlungen, in denen jedes Häuschen dem anderen gleicht und welche wohl auf dem Grund stehen, der als einziger auf Madrilenischem Boden noch bezahlbar ist. Am Rand der Siedlungen beginnt die Steppe. Wo der Spanier nicht wässert, wächst wohl wirklich nichts. Es ist Vormittag, das Thermometer zeigt 25 Grad.

Gasse in ToledoWir erreichen Toledo, wo uns der Bus am Fuße des Hügels, auf dem die Altstadt liegt, ausspuckt. Da uns nicht sofort klar ist, wie wir am schnellsten auf den Hügel kommen, folgen wir unauffällig einer Gruppe von Personen, die wirken, als wüssten sie, wo es hingeht… Ein Fehler — Die Gruppe wählt den Fußweg, es hätte auch eine Rolltreppe gegeben. Aber das wussten wir ja nicht. Gott sei Dank ist der Weg nicht allzu weit. schnell sind wir in der Altstadt angekommen und stehen nun in mittelalterlichen engen Gassen.

Chrissi und Tobi haben uns einige Places-to-see auf unserer Karte markiert und somit führt uns der Weg zunächst zu einer Kirche, von deren Turm man einen tollen Blick über die Stadt haben soll. Der Weg zur Aussicht führt uns auch direkt an den Glocken und weiteren kleineren Türmchen vorbei. Sehr schön und fotogen.

In der Kathedrale Santa MaríaWieder in den Gassen führt unser nächster Weg zur alten jüdischen Synagoge. In seiner langen Geschichte gehörte Toledo anscheinend so ziemlich jedem Volk einmal. Daher gibt es hier neben der besagten Synagoge auch noch ein neues jüdisches Gotteshaus, eine alte Moschee und natürlich zahlreiche christliche Kirchen. Die größte und prunkvollste von ihnen ist die Kathedrale Santa María. Mit Abstand bezahlen wir hier auch am meisten Eintritt. Christoph nimmt sich noch einen Audioguide mit und lernt so einiges über die Geschichte des Gebäudes und dessen Bedeutung für Toledo. Ich hingegen geben mich dem Fotografieren hin.

Nachdem wir die Santa María verlassen haben, zieht uns der Hunger in ein Restaurant. Der Gedanke war ursprünglich eigentlich eines der leckeren Sandwiches, die hier überall angeboten werden zu ergattern. Auf unserer Suche nach einem solchen Stand laufen wir wohl aber in die falsche Richtung und landen somit in einem örtlichen Lokal, wo ich (klassisch spanisch) Spaghetti esse, jedoch wenigstens spanisches Bier trinke. Gesättigt stellen wir fest, dass wir 100 Meter weiter auch Sandwiches hätten kaufen können.

Den restlichen Tag verbringen wir in Toledo mit Spazieren und dem Besuch von Moschee, weiteren Synagogen und der Universität, wo wir zu unserer Freude ins Eduroam-WLAN-Netz kommen.

— Da seit unserem Toledo- und Madridurlaub nun schon wieder einige Zeit vergangen ist, lasse ich an dieser Stelle nun anstelle meiner verblassenden Erinnerung  wieder meine Fotos sprechen —

 

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